Klimawandel und Kohle

Der Klimawandel ist eines der drängendsten Probleme unserer Zeit. Im Jahr 2007 veröffentlichte das UN-Wissenschaftsgremium IPCC (Intergevernmental Panel on Climat Change) seinen regelmäßigen Bericht, der die dramatische Situation erneut deutlich machte. Innerhalb der nächsten 10 - 20 Jahre müssen drastische Maßnahmen zur Reduktion des Treibhausgases CO2 eingeleitet werden, um die katastrophalen Auswirkungen zumindest einzudämmen.

Stromerzeugung aus fossilen Brennstoffen, insbesondere aus Kohlekraft, macht den größten Teil der CO2-Emissionen aus. In Deutschland werden im Moment an über 30 Standorten neue Kohlekraftwerke gebaut oder geplant. Auch im Berliner Ortsteil Klingenberg soll ein neuer, kohlebefeuerter 800 Megawatt-Block gebaut werden (siehe auch Bürgerinitiative Nein zum Kohlekraftwerk).

Demonstration Kohlekraftwerk Jänschwalde Dem Braunkohletagebau in Brandenburg musste bereits die Lacomaer Teichlandschaft weichen. Wenn der momentaner Energieversorger Berlins - Vattenfall - seine Pläne für weitere Tagebaue umsetzt, werden dem in den nächsten Jahren die Dörfer Grabkow, Kerkwitz und Atterwasch zum Opfer fallen. Mehr Informationen hierzu finden sich auf der Webseite des gerade in Brandenburg laufenden Volksbegehrens Keine neuen Tagebaue.
Vattenfall wirbt damit, die CO2-Emissionen zukünftig durch sogenannte CCS-Technologie, die technische Abscheidung und Speicherung von CO2, zu reduzieren. Dabei ist völlig unklar, ob CCS jemals einsatzfähig sein wird. Selbst die Energieversorger geben zu, dass die Technik frühestens in 10 bis 20 Jahren verfügbar ist - ob Kraftwerke die heute gebaut werden damit nachgerüstet werden, ist mehr als unklar.

Atomkraft

Der Unfall im Atommüllendlager Asse in Niedersachsen zeigte erneut eindrücklich, dass Atomkraft keine Lösung für das Problem Klimawandel sein kann - die Lagerung von Atommüll ist bis heute komplett ungeklärt, bereits der bestehende Atommüll stellt die Menschheit vor fast unlösbare Probleme. In Asse trat bereits nach 30 Jahren Radioaktivität aus - ein Lager, das für Jahrtausende sicher sein sollte. Die beiden Vattenfall-Kraftwerke Krümmel und Brunsbüttel gerieten 2006 wegen Störfällen in die Negativschlagzeilen - und stehen wegen der Reparaturarbeiten bis heute still. Das Abgeordnetenhaus hat begrüßenswerter Weise bereits beschlossen, keinen Atomstrom mehr zu beziehen.

Ökostrom

Biogasanlage

Unter Ökostrom verstehen wir Strom aus regenerativen Energien, die nicht auf endliche Ressourcen angewiesen sind, beispielsweise Wasserkraft, Windkraft, Photovoltaik oder Biomasseverstromung. In Deutschland gibt es einige "Ökostromangebote" von konventionellen Stromanbietern. Dieser stammt meistens aus bereits bestehenden Altanlagen, einen ökologischen Nutzen besitzen diese Tarife nicht. Die Gewinne werden dann möglicherweise, trotz Ökotarif, in den Neubau fossiler Kraftwerke investiert. Deswegen wollen wir, dass Berlin Ökostrom aus Neuanlagen bezieht. Damit kann sichergestellt werden, dass der Strom tatsächlich zum Klimaschutz beiträgt, denn nur durch ein zusätzliches Ökostromangebot kann Kohle- und Atomstrom ersetzt werden.

Das Umweltbundesamt hat mit einer Musterausschreibung bewießen, dass öffentliche Einrichtungen Ökostrom beziehen können. Rechtlich existieren keine Probleme, die Mehrkosten betragen etwa 1-2% gegenüber klimaschädlichem „Normalstrom“. Bremen hat dies bereits vorbildhaft Umgesetzt - Berlin muss folgen!
Auch jedeR einzelne kann zu Ökostrom wechseln! Weitere Informationen findet ihr auf Atomausstieg selber machen!

Wie funktioniert so eine Ausschreibung?

Alle öffentlichen Einrichtungen müssen bei ihren Einkäufen ab einer bestimmten Mindeseinkaufssumme die Aufträge per Ausschreibung vergeben. In diesem Fall geht es aufgrund der Summe um eine europaweite Ausschreibung, was heißt, dass z.B. keine bestimmten Unternehmen ausgeschlossen werden dürfen.

Zahlen

Berlin bezieht insgesamt etwa 925GWh pro Jahr, die aktuellen CO2-Emissionen belaufen sich laut Tagesspiegel damit auf etwa 400 000 Tonnen. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von 330 000 Privathaushalten. Der Mehrpreis von Ökostrom wird auf etwa 0,2 Cent/KWh geschätzt, bei momentanen Ausgaben von 103 Mio.€ für Strom wird 100% Ökostrom ungefähr 1,85Mio€ mehr kosten.

Die TU Berlin verbraucht laut ihrem Umweltbericht jährlich eta 49 GWh, die gesamten CO2-Emissionen der Uni belaufen sich auf 39 352 Tonnen C02. (Dies wurde umgerechnet auf 1,14 Tonnen pro Jahr pro Kopf. Geht man davon aus, dass jedem Menschen der gleiche CO2-Ausstoß zusteht und wir die Klimaerwärmung stoppen wollen, dürften wir rechnerisch nur etwa zwei Tonnen pro Kopf und Jahr emittieren. Also: Studiert ihr an der TU, stehen euch für euer Leben außerhalb der Uni noch 0,86 Tonnen/Jahr zur Verfügung...)

Wer sind wir?

Die Kampagne „Studieren ohne Kohle - Sonnenschein im Audimax“ wurde initiiert vom Umweltreferat der TU Berlin. Weitere Infos: www.gruene-uni.org